
Wir wussten leider nicht mehr wie der Parkplatz hieß, den wir bei unserem letzten Toskana Urlaub in 2008 angefahren hatten. Kurz vorher suchten wir im Internet einen Parkplatz mit einer Rolltreppe nach oben in die City. Das Navi im Auto hatte leider etwas veraltetes Kartenmaterial, so dass wir plötzlich vor einen "Zona a traffico limitato" standen, wo die Einfahrt verboten ist. Also den Wagen gewendet und einfach die Straße weiter gefahren. Ein Schild kündigte plötzlich ein Parkhaus San Francesco mit Rolltreppe an und das kam uns doch bekannt vor. Das Parkhaus war besetzt, aber auf dem dazugehörenden Parkplatz an der Kirche San Francesco fanden wir eine freie Stellfläche. Von hier mussten wir doch weiter laufen um die Piazza del Campo zu erreichen und dort angekommen musste ich schon pausieren. Ich ließ mich in einer Gelateria am berühmten Muschelplatz nieder und bestellte mir ein Wasser, einen Cappuccino und ein Eisbecher della Casa für zusammen 15 €. Die Aussicht auf den Platz mit dem Palazzo Pubblico (das Rathaus, 1297 und Regierungssitz) waren im Preis enthalten. Die zwei Damen machten sich alleine auf den Weg durch die Stadt zum Dom von Siena und zurück. Uschi hat sich dort in die Schlange zum Ticketverkauf angestellt und ganz schnell den Duomo besichtigt. Ich versuchte ab 11:00 Uhr meine Getränke einzuteilen, weil ich mir dachte, das Irene und Uschi sicher nicht so schnell zurückkommen würden. Daher hatte ich halb Eins hnoch die Hälfte meines Wassers in der Flasche, als beide in der Gelateria eintrafen. Wir sind dann zusammen über den Campo geschlendert, haben uns abwechselnd fotografiert bevor wir langsam Richtung San Francesco gewandert sind. Eigentlich war gedacht das wir problemlos nach Monteriggioni zurück fahren wollten. Aber...
...der Parkplatz San Francesco hatte ein so steile Ausfahrt nach unten, so das der Tiefergelegte BMW am Unterboden aufsetzte und ich langsam zurücksetzen musste. Zum Glück wollte kein anderes Auto rausfahren. Kurz überlegt und „Ballast“ abgeworfen, das hieß Uschi und Irene sind ausgestiegen und es ging vorsichtig drüber. Ein bisschen kratzen am Unterboden musste nun Uschi aushalten.
Aufgrund der für uns schwierigen Parkplatzsituation von Heute wollte ich nicht mehr an meinem Geburtstagsabend in Siena Essen gehen, zumal auch der Fußweg mir zu lang war. Ich entschied mich für das nahe Monteriggioni.
Das Auto zickt sowieso seit zwei Tagen rum, in Display erschien öfters ein Reifendruckverlust. Eine Kontrolle zeigte keinen großen Verlust im Reifendruck, so der Manometer an einer der Tankstellen. Und heute das selbe schon wieder, also habe ich dann einfach die Anzeige zurück gesetzt, müssten dies aber unbedingt im Auge behalten. Zurück in der Fattoria ging Uschi schwimmen, was sie übrigens auch meist vor dem Frühstück machte, wenn es das Wetter zuließ. Wir haben uns dann einen löslichen Cappuccino gemacht und in den Hof gesetzt. Irgendwann wurde es Zeit sich zum Abendessen bei Fiorella und Luciano fertig zu machen. Es sollte unter anderen ein Ehepaar aus Hamburg teilnehmen, die Fiorella vor ein Vegetarier-Problem stellte. Sie machte vor Irene ein dementsprechendes Gesicht. Die Toskana-Küche und Vegetarier passen einfach nicht zusammen, denn irgendwo ist immer Fleisch drin.
Um 19:30 sind wir dann zum Essen gegangen, das diesmal in der nun zum Speisesaal umfunktionierten Kapelle stattfand. Wir als anständige Deutsche waren diesmal nicht die ersten, eigentlich unsere Tugend, oder? Zwei norwegische Paare und das besagte Paar aus Hamburg waren bereits vor der Kapelle und warteten. Luciano bat uns dann zu Tisch und wir nahmen Platz an der großen Tafel in der Chiesa, der kleinen ehemaligen Kapella in der Fattoria. Die Vorspeise fast schon obligatorisch gut: toskanischer rohen Schinken, Antipasti wie Auberginen und Zucchini grilliata, Birne mit Pecorino, Zucchini mit Käse im Blätterteig. Der zweite Gang war Irenes Wunsch, ein Risotto, Safran-Gelb und nach Parmiggiano duftend. Der Hauptgang war dann wie von Uschi gewünscht, ein perfekt zubereitetes Ossobuco Milanese. Irene hatte in Erinnerung das dies nach Suppenfleisch schmeckte. Fiorellas Ossobuco hat allen Fleischessern am Tisch sehr gut geschmeckt. Es war sehr zart und es blieb auch nichts übrig. Als Hauptspeise bekam die Vegetarierin aus Hamburg mit Mozzarella überbackene Auberginen und Tomaten, ihr Mann war "normaler" Fleischesser. Zwischen durch gab es immer wieder Wein, der aus großen Korbflaschen ausgeschenkt wurde, der Fiasco-Flasche. Wer wollte konnte den Genuss von Vino mit reichlich Wasser abschwächen. Der Kopf am Morgen danach wird es uns danken. Zum Nachtisch gab es eigene Weintrauben aus dem Garten. Die schmeckten uns bereits am Nachmittag als wir je eine weiße und rote Rebe von Fiorella geschenkt bekamen. Des Weiteren gab es einen leckeren Traubenkuchen, der wie Fiorella sich entschuldigte, leider nicht knusprig geworden sei. Lag wohl am Ofen in der Fattoria-Küche. Dazu wurde 10 Jahre im Fass gereifter Vin Santo gereicht, der hat aber nicht jedem geschmeckt. Der Vin Santo aus dem Supermarkt schmeckte mir persönlich auch besser. Der Espresso zum Abschluss war auch nicht schlecht. Der Tisch wurde abgeräumt und die Chianti-Korbflaschen erneut gefüllt. Es war eine lustige Runde aus Italienischen-, Norwegischen-, Englischen- und auch Deutschen-Sprachgewirr. Die Norweger machten inzwischen Videofilme und beim Filmen immer direkt einen Kommentar mit in die Aufnahmen gesprochen. Selbst der Hamburger, mein Tischnachbar, fand das seltsam. Kennt man so nicht in Germania. Und es wurde immer später und zwischendurch wurde ich gefragt wann ich denn 51 werde und ich musste sagen: in six minutes, es war 23:54 Uhr. Der Countdown wurde dann zehn Sekunden vor Zwölf runtergezählt und mir wurde von den 4 Norwegern im Stehen ein Geburtstagständchen gesungen, dazu eine kleine Tanzeinlage in Form einer Drehung. Einzigartig, das gab's nur einmal. Anschließend haben Irene und Uschi die Ehre Germania verteidigt und auch ein deutsches Liedchen angestimmt. Nun wollte Prasad sich nicht verstecken, zückte plötzlich seine Mundharmonika und stimmte mit ein. Anschließend spielte er auf Wunsch der Norweger ein melodisches Liedchen aus seiner Heimat Sri Lanka. Nicht genug, wurde mir dann noch mit großen Umarmungen gratuliert. Die Hamburger waren auch sehr nett, aber bereits vor Zwölf zu Bett gegangen. Sie hatten einen langen Tag hinter sich und waren erst eine halbe Stunde vor dem Essen von Ihrer Toskana Tour zurück gekommen. Irgendwann vor Zwölf hatten sich auch Fiorella und Luciano verabschiedet. Die Mann für Alles, Prasad, ging dann kurz nach seinem Mundharmonika-Auftritt zu Bett. Er musste bereits um halb Sieben wieder aufstehen und aufräumen. Er bat Irene die Türen zu schließen. Irene verstand dass wir die Türen abschließen sollten. Die Norweger und wir ließen den Abend in der Chiesa gemütlich ausklingen und gegen 01:00 Uhr sind wir schlaftrunken und berauscht in die jeweiligen Betten gehüpft, besser gesagt geglitten.