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Von dort wollten wir südlich den Ort „Castelnuovo Berardenga“ durchqueren um danach über die Superstrada nach Siena und von dort wieder via Landstraße nach Monteriggioni zu fahren.

Wir starteten unsere Rundfahrt über Castellina Scalo hinein in die Chianti-Region, dem bekanntesten Weinanbaugebiet der Toskana mit knapp über 16 km kurvigen Landstraßen. Unser erster Halt des Tages: Castellina in Chianti. Die Parkplätze werden bereits am Ortseingang ausgeschildert, aber der erste war ein Reinfall. Die steile Einfahrt haben wir noch ohne Probleme geschafft, aber der kleine Platz war komplett voll und die Ausfahrt so steil, das würde mit dem tiefergelegten BMW nicht gut gehen. Ich wendete daher in ‚siebenundzwanzig‘ Zügen um den Parkplatz ohne mit dem Unterboden aufzusetzen und durch die Einfahrt wieder zu verlassen. Der nächste Parcheggio direkt an der Fußgängerzone der Innenstadt gelegen, war wesentlich einfacher anzufahren und hatte genügend freie Parkplätze. Im ersten Laden in Castellina in Chianti lachten mich die leckeren Cantuccini-Kekse so an, dass ich direkt welche für uns kaufen musste. Neben dem Chianti sind die Mandelkekse eine der bekanntesten Spezialitäten der Toskana. Wohl aus diesem Grund, findet man heute immer mehr Varianten z.B. mit Schokoladenstücken, Pistazien oder Rosinen. Ich erwarb noch einige Gewürzmischungen wie Pollo Arosto und Algio, Olio e Peperoncino für eine Pastasoße. Mal wieder auf einer Bank sitzend, bemerkte ich die bunten T-Shirts an einem Andenkenladen mit stilisierten Wildschweinen. Die Shirts zeigen wohl das neue Wappentier der Toskana in allen möglichen Lebenslagen. Einmal als Diskjockey, Schlagzeuger, Autofahrer, Radfahrer, Rollerfahrer usw. Das aussagestärkste Motiv war ein einfaches schwarzes Wildschwein auf einem pinken Shirt mit dem Schriftzug:

Io vivo in Toscana. Ich lebe in der Toskana.

So beschaulich die Fußgängerzone von Castellina in Chianti anfängt so schnell endet sie auch wieder und wir kehrten daher auf kurzem Weg zum Auto zurück. Die Fahrt ging im offenen Cabrio weiter in Richtung Radda in Chianti. Es sind etwa 11 km Strecke mit tollen Ausblicken auf die hügelige Landschaft. Da sich die Orte sehr ähnlich sind, haben wir Radda links liegen lassen und unsere Fahrt in das 16 km entfernte Gaiole in Chianti fortgesetzt.

Obwohl Irene und ich das Castello di Brolio bereits kannten und haben wir uns dennoch mit dem Besuch des Castello aus dem 11. Jahrhundert heute etwas vertan. Uschi wird das Castello leider nicht so schnell vergessen, denn sie musste bei der schmalen Toreinfahrt hoch zum Castello di Brolio leider wegen Gegenverkehr zurücksetzten. Wir hatten das Tor gerade durchfahren, als uns einige Autos auf der einspurigen Straße entgegen kamen. Uschi setzte den BMW langsam zurück und hat dabei trotz Rückfahr-Sensor und meines lauten Rufes "Stopp" den hinteren Schweller mit einem lauten Krachen an einem spitzen Bordstein angekratzt. Der elektronische Helfer kann leider keine Bordsteine erkennen und möglicherweise haben wir hierbei auch mit den hinteren rechten Reifen den sehr kantigen Bordstein berührt. Zu sehen war nichts, außer einem kleinen Lackschaden am Auto. Hinterher meinte Uschi mit einem Lächeln: „Wenn´s Auto dreckig ist, sieht man den (20 cm langen) Kratzer am hinteren Kunststoffschweller nicht!“. Die uns entgegen kommenden Autos waren vorbei und wir setzten die Auffahrt zum Parkplatz des Castello Brolio fort. Der erste Parkplatz auf dem Weg zum Castello wurde angefahren und wir sind sofort zu Fuß nach oben gelaufen. Das hatten wir irgendwie anders in Erinnerung? Der Parkplatz, wo wir Irenes und Luzias Vater Heinz auf einer unserer früheren Toskana-Reise warten ließen, war nicht so weit vom Castello entfernt gewesen. Erst später nach unserer Rückkehr sahen wir dann das Schild mit dem Hinweis "600 M. > Castello". Direkt oben vor dem Eingang vom Castello erblickten wir den uns bekannten Parkplatz. Zum Glück war es heute nicht so heiß, aber es die steilen 600 Meter nach oben, hatten es in sich. Der Eintritt zum Castello liegt unverändert bei 5 €, obwohl man ein schickes neues Infohäuschen mit Ticketschalter und Toiletten erbaut hat. Im Preis eingeschlossen ist jetzt zusätzlich eine kostenlose Weinprobe. Sind diese eigentlich nicht immer umsonst? Das Eingangstor wird heute per Fernbedienung geöffnet, während damals der Hausmeister die Besucher einließ. Im Castello selbst ist alles unverändert geblieben. Irene und Uschi schauten sich erst mal die Kapelle der Familie Ricasoli an, während ich sofort um das Hauptgebäude herum ging, wo mich der eigentliche Höhepunkt des Castellos erwartete. Ein Aussichtspunkt mit einer grandiosen Fernsicht auf die zahlreichen Weinfeldern des Chiantigebietes. Verwundert waren Irene und ich, dass Uschi noch nie die Taubenschwänzchen mit ihren langen Rüsseln gesehen oder von den Faltern gehört hatte. In einer mit blauen Blumen bepflanzten Gartenecke schwirrten einige Exemplare der Insekten herum und sammelten fleißig wie die Kolibris den Nektar der Blüten. Ob einige der zahlreichen Fotos etwas geworden sind, werden wir erst zu Hause feststellen können. Der Monitor an der Kamera ist hierfür viel zu klein. Auf unserem Rückweg zum Tor gab es bis auf die Burgmauer und einige grüne Büsche keine weiteren Sehenswürdigkeiten. Eine Besichtigung des Hauptgebäudes ist nur als Gruppe und mit einer Voranmeldung möglich. So machten wir uns auf den beschwerlichen Fußweg zurück nach unten. Es gibt also nichts Neues im Castello di Brolio, warum auch? Der traumhafte Ausblick ist Grund genug für einen Zwischenstopp.

Übrigens hatte direkt gegenüber dem unteren Parkplatz ein neues Lokal „Osteria del Castello“ geöffnet. In dem neu gebauten Restaurant haben wir ein leckeres Mittagsmahl zu uns genommen. Es gab l’acquacotta con l’uovo - eine Gemüsesuppe mit Ei für Uschi und Irene bestellte sich tortino di zucchine, timo, limone e pecorino. Eine kleine Gemüsetarte aus Zucchini mit Thymian, Zitrone und Pecorino-Käse. Für mich gab es einen köstlichen Insalata Caprese mit sonnengereiften Tomaten und Mozzarella di Buffalo. Zum Essen wurde sehr leckeres toskanisches Brot gereicht und der Hauswein vom Gut Ricasoli wie das Acqua Minerale schmeckten sehr gut dazu. Die knallroten, aromatischen Tomaten, der Paprika, die Auberginen und frischen Kräuter kamen aus dem eigenen Gemüsegarten, der an die untere Terrasse der Osteria angrenzte.

Der Weinverkauf von Ricasoli liegt vor der Zufahrtstraße zum Castello an der Landstraße. Wir hielten kurz um die kleine „kostenlose“ Weinprobe in der L’Enoteca, dem Wine Shop zu machen. Anschließend kauften wir aber keinen teuren Chiantiwein, sondern ein hochwertiges und kaltgepresstes Olivenöl von Ricasoli. Ein halbes Liter dieses „Castello di Brolio Olio Extra Vergine di Oliva Dop“ kostete an diesem Tag im Angebot nur 10 € statt 12 €. Das Olivenöl hatten wir bereits in der Osteria mit frischem Brot und Salat probiert.

Uschi fuhr uns ein wenig später 15 km in Richtung Castelnuovo Berardenga und über die Superstrada SS73 etwa 35 km in Richtung Siena. Wie geplant ging es weiter über Land nach Monteriggioni zu unserer Ferienwohnung. Über den ganzen langen Tag verteilt hatten wir somit fast 132 km durch das Chiantigebiet hinter uns gebracht. Heute Abend gab es selbstgemachtes Essen mit Rotwein der Fattoria - einem Sangiovese und wir spielten Karten. Uschi schaute sich später noch die Tennisaufzeichnungen der US-Open in New York an.

 

 

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