Außerdem hatte ich nur ein begrenztes Downloadvolumen zur Verfügung und damit musste ich haushalten. Daher musste der Anhang bis zu Hause warten. Ich antwortete Luzia und diese Mail wurde länger und länger. Daraus entstand eine Art neue Leidenschaft alle Ereignisse unseres Urlaubes aufzuschreiben.
Fiorella war sehr nett zu uns als sie Irene nach unserer Ankunft erkannte. Irene hatte damals bereits viel Italienisch mit Fiorella gesprochen. An Mutter, Luzia und an mich konnte sie sich nicht mehr erinnern. Der Blick auf ein Urlaubsfoto von 2008 in Irenes Mobiltelefon half Fiorella dann etwas auf die Sprünge...
Die erste Flasche Wein war umsonst, denn diese überreichte uns Fiorella nach der Anmeldung. Ich dachte zu diesem Zeitpunkt, dass wir diese umsonst bekamen, weil sie uns wiedererkannt hatte. Später haben wir allerdings mitbekommen, dass jede Gastfamilie eine Flasche Sangiovese-Wein zur Begrüßung bekam.
Am Mittwochabend haben wir um halb acht bei Fiorella gegessen. Ja, das ist richtig. Wir haben bei Fiorella zu Abend gegessen. Natürlich nicht umsonst, sondern das Menü für 25 € pro Person. Sie hat seit einem halben Jahr eine männliche Hilfe auf der Fattoria: Sein Name ist Prasad. Der stets hilfsbereite und freundliche junge Mann kam unserer Meinung nach von den Philippinen oder aus Indien. Später haben wir erfahren, dass der sprachgewandte Prasad aus Sri Lanka stammt. Bevor er auf die Fattoria wechselte, war er in Milano in einem Restaurant als Tellerwäscher beschäftigt. Für ihn ist der Wechsel sicher mit einem Aufstieg verbunden, denn er hat viel abwechslungsreichere Aufgaben und sogar Familienanschluss. Prasad nennt Fiorella liebevoll Mama.