
🏰 Montepulciano, Marmor-Damen & Parkplatz-Puzzle – Ein „grande giro“ durch die Toskana
☕️ Früher Start & steiniger Weg
Halb acht war abgesprochen – das Mobiltelefon klingelte pünktlich.
Frühstück, Diclophenac, Cappuccino-Stimmung.
Die erste Etappe:
- 70 km bis Montepulciano
- 50 km Superstrada (erst hinter Siena ohne Schlaglöcher)
- Wetter: 18 °C, bewölkt, Hoffnung auf Sonne im Süden
In Sinalunga ging’s runter von der Schnellstraße –
Landstraße, Landschaft, Laune: alles wurde besser.
🚶♂️ Aufstieg mit Aussicht & Rückenpause
Parkplatz Nr. 1 gefunden – Montepulciano begrüßte uns mit steilen Gassen und geschlossenen Geschäften.
Ich nutzte jede Gelegenheit zum Sitzen:
- Bank vor Pizzeria
- Treppe vor Kirche
- Stein vor Hoffnung
Dann: Café Poliziano – historisch, herrlich, hungrig.
- Cappuccini, Caffé Latte, Vanillehörnchen
- Aussicht auf die südliche Toskana
- Gastraum im Stil des 19. Jahrhunderts
- Damen: zufrieden mit dem Bagno-Test
🧗♂️ Piazza Grande & Piaggio-Poesie
Der Weg zur Piazza Grande war steil, aber machbar –
mit Schmerztabletten, Pausen und Willenskraft.
Oben:
- Menschenmeer
- Kunstwerke in XXL: üppige Damen in strahlendem Weiß
- Irene: kämpfte um touristenfreie Fotos (Mission Impossible)
Highlight:
Ein restauriertes blaues Piaggio-Dreirad mit weißer Sitzbank knatterte heran.
Irene fragte charmant nach Mitfahrt –
Antwort: Nur gebuchte Touren, heute ausgebucht.
Fotos gab’s trotzdem.
🛍️ Souvenirs & Sitzpausen
Ich ruhte vor dem Palazzo Tarugi – andere taten es mir gleich.
Irene fotografierte, Uschi shoppte.
Ergebnis:
- Keine Kalender
- Dafür vier schöne Toskana-Fotodrucke
🧭 Der Abstieg & das Parkplatz-Puzzle
Der Rückweg:
- Kürzer
- Steiler
- Schneller
- Weniger Touristen
- Weniger Geschäfte
- Mehr Fiat 500 mit bräunlichem Lack
Ankunft am Parkplatz:
Unser BMW war eingeklemmt wie ein Olivenkern im Bruschetta.
Ich versuchte’s – scheiterte.
Uschi, die Schlanke & Sportliche, schlängelte sich rein.
Ausparken?
- Links: kein Platz
- Rechts: kein Platz
- Vorne & hinten: auch nicht
Ein Auto wartete auf unseren Platz – dahinter: Parkplatzstau.
Ich übernahm das Steuer – mit Einweiserhilfe von Uschi & Irene.
Mission geglückt.
🚗 Weiter geht’s: San Biagio & Pienza
Alle wieder im Auto, alle wieder bereit.
Der „grande giro“ ging weiter –
nächste Etappe: San Biagio und das charmante Pienza.
🌲 San Biagio, Pienza & Pasta – Ein UNESCO-Tag mit Aussicht und Appetit
🏛️ San Biagio – Zypressen, Marmor & Missgeschick
Die Basilika Madonna San Biagio liegt direkt unterhalb von Montepulciano –
eigentlich kein weiter Weg.
Aber: Navi aus, Einfahrt verpasst.
Typisch Toskana.
Die Allee zur Kirche:
- Gesäumt von hohen, geraden Zypressen
- Marmor-Tafeln mit Spendernamen und Jahreszahlen
- Irene entdeckt einen Baum von 1816
Die Kirche?
Wie 2008: geschlossen wegen Renovierung.
Ein Umrundungsversuch für bessere Fotos scheitert –
die Straße führt weg, nicht drumherum.
🧭 Weiter nach Pienza – mit bayrischem Navi & UNESCO-Flair
Diesmal: Navi an, Ziel klar –
Pienza, seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe.
Das Navi punktet:
Restmeter auf Null am Ortsschild.
Parkplatz schnell gefunden, Ticket gezogen, Frontscheibe bestückt.
💘 Via dell’Amore & Aussicht deluxe
Mittagszeit, Appetit meldet sich.
Wir marschieren durch die Altstadt –
Ich erkenne die Via dell’Amore wieder.
Nur 30 Meter lang, aber am Ende:
eine Aussicht zum Verlieben.
Fotos, Sonne, blauer Himmel –
Toskana wie aus dem Bilderbuch.
🍝 Mittagspause im Innenhof
Restaurant „Latte di Luna“? Voll.
Zettel: „We are full, sorry.“
Also weiter die Corso il Rosselini bergab –
und dann:
Piccolo mini Café, Innenhof, Tisch wird frei, Tisch wird gedeckt.
Bestellungen:
- Uschi: Lasagne
- Irene: Bruschette al Pomodoro
- Ich: Überbackene Auberginen in Tomatensoße
Dazu: frisches Weißbrot, Sonne, Zufriedenheit.
🧀 Käse, Salami & Shopping-Duett
Nach dem Essen:
- Schlendern am Piazza Pio II
- Zwei gegenüberliegende Geschäfte: Käse & Wurst
- Uschi: Käseprobe & schneller Einkauf
- Irene: Fenchelsalami & Warteschlange
Mitbringsel mit Geschmack.
🚶♂️ Rückweg & Kloster-Vorfreude
Am Stadttor Porta al Prato: nichts mehr zu erkunden.
Zurück zum Parkplatz –
unsere Urlaubskutsche wartet.
Es ist 15:00 Uhr –
Abbazia di Monte Olivieto Maggiore öffnet um 15:15 Uhr.
Wir wissen das noch von 2008 –
und diesmal sind wir vorbereitet.
🏛️ Fresken, Fliegen & Fiorella – Ein Tag zwischen Kloster, Küche und Kulinarik
🚗 Cabriofahrt durch die Crete Senesi
Mit offenem Dach und Navi-Unterstützung ging’s über kurvige, unbekannte Straßen –
Aussicht: grandios.
Die Sonnenblumenfelder? Leider verblüht.
Die Landschaft wurde karger – Crete Senesi pur.
In San Giovanni d’Asso war die Abbazia bereits ausgeschildert –
Parkplatz mit Schranke, Ticketautomat, alles wie gewohnt.
800 Meter bergab – kein Problem, aber der Rückweg wartete.
🧱 Abbazia di Monte Oliveto Maggiore – Fresken & Freskenjäger
Erste Station: Toilette – direkt neben dem Souvenir- und Reliquienverkauf.
Neu: Eine große Statue des Heiligen Benedikt aus weißem Marmor.
Der Kreuzgang mit seinen 36 Renaissance-Fresken war wie eh und je beeindruckend.
Besonders: Die Darstellung des Teufels –
Geschlechtsmerkmale übermalt oder weggekratzt.
Warum? Wer weiß.
Während Irene und Uschi die Bibliothek erkundeten,
ich auf der Bank, Rückenpause & Freskenkino.
🦟 Mücke mit Mission
Plötzlich: Nadelstich am Handgelenk.
Eine pechschwarze Stechmücke – mein Blut, ihr letzter Drink.
Schnelle Reaktion, kurzer Tod.
Juckreiz, Rötung, Schwellung – Erinnerungen für Tage.
🍷 Weinprobe & Parkplatzdrama
Im Weinverkauf:
- Alte Eichenfässer (leer, aber eindrucksvoll)
- Zwei Rotweine zur Probe
- Der teurere schmeckte besser – Trick oder Talent?
Zwei Flaschen gekauft, dann:
Aufstieg zurück zum Parkplatz.
Temperaturen gnädig, Beine weniger.
Am Automaten:
Ticket rein – nichts passiert.
Hilfeknopf: „Pronto?“ – dann aufgelegt.
Ein italienisch sprechender Deutscher + Restaurantangestellte = Rettung.
Schranke öffnete sich nach einer Minute – gratis Ausfahrt.
„Bezahlen? Ja, in Lucca!“ – 100 km entfernt.
Toskana-Logik vom Feinsten.
🍽️ Abendessen in der Bar Dell’Orso
In La Colonna beschlossen wir spontan zu essen –
Bar Dell’Orso war endlich leer.
- Irene & Uschi: Hauswein
- Ich: Bier (trotz 1,8 km Heimweg)
Primi Piatti:
- Ich: Spaghetti Carbonara
- Irene: Risotto con Fior di Zucchini
- Uschi: Pappa al Pomodoro (leider enttäuschend)
Secondi:
- Irene: Insalata Caprese
- Uschi & ich: Porchetta mit Insalata Mista & Patate Arrosto
Portionen: Groß.
Stimmung: Dunkel, gemütlich, Blick auf die beleuchteten Stadtmauern von Monteriggioni.
Rechnung: Erfreulich niedrig.
🏡 Rückkehr & verpasste Einladung
Zurück zur Fattoria –
Auto geparkt, Wohnung betreten, und dann:
Fiorellas Abendessen war doch heute.
Prasad hatte geklopft – wir waren unterwegs.
Die Damen zogen sich zur Nachtruhe zurück –
Ich setzte mich noch an den Tablet-Computer.
Ein Tag voller Kunst, Kulinarik und kleiner Katastrophen –
Toskana, wie sie leibt und lebt.